

3000 Postkarten von Kindern persönlich an Bildungsministerin Prien übergeben. Verstärkung von Cirque de Soleil
[Berlin/Hannover/Köln]
Am Sonntag, 21.06.2026 um 13 Uhr zogen 70 Kinder und Jugendliche aus sechs Kinderzirkussen mit Stelzen, Einrädern und Kostümen, den Postkarten an Schnüren zu einem 9 m großen Zelt gebunden in den Innenhof des Bildungsministeriums in der Glinkastraße 24 ein.
Um 13.10 Uhr wurden 3000 Postkarten vom Kleinen Prinzen an die Bildungsministerin persönlich übergeben. Einige Jugendliche bedankten sich für vielfältige Erfahrung und persönliche Weiterentwicklung, die sie in zirkuspädagogischen Projekten – durch „Kultur macht stark“ gefördert – machen durften.
Iris Riedmüller, Vorständin der BAG Zirkuspädagogik, übermittelte die Bitte der Kinder an Frau Prien: „Bitte sorgen Sie für die Fortsetzung und Verstetigung des Programmes „Kultur macht stark“. Es ist unverzichtbar für unsere Kinder und Jugendlichen!“
Franck Hanselman, General Manager, Cirque du Soleil ALIZÉ: „Ohne kostenlose Angebote finden Kinder aus finanziellen Risikolagen keinen Zugang zu Kulturangeboten. „Kultur macht stark“ hat auch einem unserer heutigen künstlerischen Leiter die Begeisterung am Zirkus geweckt und seine Karriere damit gestartet!“
Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland haben über 3.000 Postkarten liebevoll bemalt, um sich damit für den Fortbestand des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ einzusetzen. Die Postkarten wurden am Sonntag (21.06.26) in Berlin von zahlreichen Kindern und Jugendlichen, sowie von Vertreterinnen und Vertretern der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Zirkuspädagogik e.V. und „Zirkus macht stark/Zirkus für alle e.V:“ an die Bildungs- und Familienministerin Karin Prien übergeben.
„Kultur macht stark“ wirkt / Angebote für 1,5 Mio. Kinder und Jugendliche
Seit 14 Jahren gibt es das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, in dem seither in mehr als 4.000 lokalen Bündnissen für rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche kostenlose, außerschulische Lern- und Begegnungsangebote geschaffen wurden. Hier können vor allem Kinder, die wenig Chancen auf Teilhabe und Bildung haben, in vielen verschiedenen kulturellen und künstlerischen Bereichen eigene Fähigkeiten und ihre Kreativität entdecken, ihr Selbstvertrauen stärken und soziale Beziehungen aufbauen. Insgesamt existieren neben den beiden Zirkusförderern 25 weitere Programmpartner in allen kulturellen Sparten. Dass das Programm wirkt, ist wissenschaftlich belegt. Eine unabhängige Evaluation des Forschungsinstituts InterVal zur dritten Förderphase zeigt dies deutlich. Für viele Kommunen und freie Träger ist das Programm zudem eine unverzichtbare Grundlage, um kostenfreie und hochwertige Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in sozialen Risikolagen zu ermöglichen.
Kinder und Jugendzirkusse sind außerschulische Lern- und Begegnungsorte. Sie schaffen Räume, in denen Kinder und Jugendliche Selbstvertrauen entwickeln, soziale Beziehungen aufbauen und eigene Fähigkeiten entdecken können. Gerade für junge Menschen, die von Bildungs- und Teilhabechancen ausgeschlossen sind, erlauben diese „dritten Orte“ Erfahrungen von Gemeinschaft, Kreativität und Mitgestaltung – unabhängig von ihrem sozialen Umfeld.
Die Forderung nach einer Fortsetzung der Förderung kommt nicht zufällig. Aktuelle Daten zeigen, dass Kinderarmut und soziale Ungleichheit in Deutschland weiterhin hoch bleiben. Nach UNICEF-Angaben stagniert die Kinderarmut seit Jahren bei rund 15 Prozent. Beim Wohlbefinden von Kindern liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur auf Platz 25 von 37. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Einkommen oder Bildungserfolge, sondern auch die Möglichkeiten junger Menschen, Gemeinschaft, Anerkennung und Selbstwirksamkeit zu erleben.
Zirkusverbände fordern Weiterführung des Programms
Die Verbände BAG Zirkuspädagogik e.V. und Zirkus macht stark/ Zirkus für alle e.V. fordern die Weiterführung und eine deutliche finanzielle Stärkung des Programms „Kultur macht stark“. Das Programm läuft Ende 2027 aus, eine Einstellung wird befürchtet.
„Schon eine Kürzung wäre eine große Katastrophe für die betroffenen Kinder und Jugendlichen“, sagt Iris Riedmüller aus dem Vorstand der BAG Zirkuspädagogik e.V.
„Jede künstlerische Laufbahn beginnt mit einer ersten Chance. Wir erleben bei Cirque du Soleil immer wieder, wie aus früher Förderung beeindruckende Lebenswege entstehen, manchmal bis auf die großen Bühnen der Welt. Programme wie ‚Kultur macht stark‘ schaffen genau diese Chancen und ermöglichen kulturelle Teilhabe unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Das gilt es zu erhalten und zu stärken“, sagt Franck Hanselman, General Manager, Cirque du Soleil ALIZÉ.
