Zirkus im Nationalsozialismus: Zwischen Anpassung, Verfolgung und Widerstand

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Marburg – Kürzlich fand im Artistenarchiv in Marburg eine eintägige Tagung statt, die sich intensiv mit der komplexen Rolle des Zirkus während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte. Im Fokus standen die Aspekte Gleichschaltung, Verfolgung und Widerstand. Anwesend waren viele Interessierte und Vertreter*innen der Zirkusverbände.

Der Marburger Bürgermeister Thomas Spieß eröffnete die Veranstaltung und äußerte seine große Freude darüber, dass diese Thematik in Marburg behandelt und demnächst auch im Rathaus ausgestellt wird. Er hob dabei die besondere Rolle der Kultur für den Zusammenhalt der Gesellschaft hervor. Der Zirkus sei dabei ein wichtiger Teil und die Stadt Marburg unterstütze gerne weiter das Artistenarchiv. Anhand der Geschichte des Zirkus könne besonders Jugendlichen beispielhaft gezeigt werden, wie wichtig die Verteidigung der Demokratie sei.

Florian Fuchs, Sprecher der Kulturhistorischen Gesellschaft für Zirkus und Varieté Kunst, betonte in seiner Einführung die besondere Kraft des Zirkus für die Verteidigung der Demokratie und beleuchtete die zentrale Frage: Was geschah mit dem Zirkus in Deutschland zwischen 1933 und 1945? Er skizzierte das Spannungsfeld zwischen Widerstand und Anpassung: Einerseits gab es Loyalität, strukturelle Förderung und staatliche Anerkennung als Kunstform, andererseits die rigorose Ausgrenzung von Artisten*innen mit Arbeitsverbot. Die zentrale Frage zu erörtern sei: „War der Zirkus ein Schutzraum oder stabilisierte er sogar das System durch Ablenkung?“

Einblicke in Forschung und Praxis

Den Auftakt des inhaltlichen Programms bildete der Vortrag von Malte Gasche (Helsinki) und Martin Holler (Berlin) zum „Making of einer Ausstellung zur Zirkusgeschichte“. Die Referenten stellten ihre methodische Vorgehensweise und die Herausforderungen bei der populärwissenschaftlichen Vermittlung ihrer umfangreichen wissenschaftlichen Ergebnisse dar. Dabei wurde die Schwierigkeit betont, verlässliche Quellen zu finden, weshalb ein biographischer Forschungsansatz gewählt wurde. Die Referenten erläuterten die Schwerpunkte ihrer Ausstellung auch anhand der Ausstellungstafeln im Veranstaltungsraum.

Anschließend referierte Dietmar Winkler (Berlin) über das Thema. Winkler, der mit seiner Frau Gisela ein großes privates Zirkusarchiv aufgebaut hat und Kaufmännischer Direktor des Staatszirkus der DDR war, kritisierte Darstellungen, der Zirkus sei grundsätzlich zerstört worden. Er beleuchtete konkret:

– Die frühe Organisation der Artisten*innen in einem international ausgerichteten Bund

– Die konsequente Gleichschaltung durch die SA und das schnelle Arbeitsverbot für jüdische und politisch linke aktive Artisten*innen

– Die Rolle der Reichskulturkammer unter Goebbels, die den Zirkus offiziell aufwertete, aber die Mitgliedschaft und damit die Berufsausübung an Kriterien wie politische Zuverlässigkeit und Herkunft knüpfte

– Die Strategien der Zirkusdirektoren, die durch den Beitritt zur NSDAP die Überlebensfähigkeit ihrer Zirkusse sicherten

Winkler hob hervor, dass der Ausschluss jüdischer Artisten*innen bereits 1934 begann und schätzungsweise etwa 3000 Juden und Jüdinnen aus Zirkuskompanien ausgeschlossen wurden, während die Verbliebenen staatliche Anerkennung und Arbeitsmöglichkeiten z.B. durch „Kraft durch Freude“ erhielten. Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) war eine Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründet. Das Programm bot ein sehr umfangreiches Spektrum an Aktivitäten, darunter Reisen wie Tagesausflüge, mehrtägige Erholungsfahrten oder auch Seereisen. Außerdem umfasste das Angebot kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen und Konzerte, sportliche Aktivitäten sowie Bildungsangebote. Auch viele Zirkusunternehmen spielten im Rahmen dieser Propaganda- und Freizeitveranstaltungen und passten sich dem System an. Auch die Verflechtungen großer Häuser wie Zirkus Krone, Zirkus Busch und Zirkus Hagenbeck mit der NS-Elite wurden thematisiert.

Weitere Programmpunkte beleuchteten spezifische Überlebensstrategien:

Friedrich Hoffmann (Braunschweig) präsentierte die Biografie des Zirkusdirektors Emil Wacker, der durch Kooperation mit anderen Zirkussen (wie Sarrasani und Busch) das Überleben seines Zirkus sicherte. Wacker war Mitglied der NSDAP und arbeitete mit den Nazis zusammen, was er nach 1945 mit dem Schutz seiner Artisten*innen begründete. In der anschließenden Diskussion wurde kritisiert, dass diese Winkelzüge unkritisch dargestellt worden seien, ohne die sich daraus ergebene Stabilisierung des Systems ausreichend zu reflektieren.

Sabine Hanke (Tübingen) widmete ihren Vortrag dem Zirkus Sarrasani während der NS-Zeit.

Sie berichtete: Der Zirkus Sarrasani erlebte unter der NS-Herrschaft eine gespaltene Führung: Der Senior, Hans Stosch-Sarrasani verließ 1934 das Land in Richtung Argentinien. Sein Sohn, Hans Stosch-Sarrasani (Junior), war hingegen NSDAP-Mitglied und unterstützte die Nationalsozialisten. Nach dem Tod seines Vaters 1935 übernahm er die Leitung und kehrte nach Dresden zurück. Seine Frau Trude übernahm nach seinem Tod 1941 die Führung und leitete den Zirkus durch die Kriegsjahre, bis der Dresdner Zirkusbau 1945 zerstört wurde. Der Zirkus spielte bis 1945 regelmäßig Programme für Soldaten auch noch in der Zeit als die Theater nicht mehr spielen durften.

Abschließend diskutierten die Teilnehmenden in einer Podiumsrunde die komplexen Zusammenhänge, das Schicksal der Verfolgten (oft Flucht nach Frankreich, dann Internierung und Holocaust) und die Lehren, die für die heutige Gesellschaft aus der Zeit von 1933 bis 1945 angesichts des zunehmenden Rechtradikalismus gezogen werden müssen.

Die Tagung machte deutlich, wie schwierig die Forschung in diesem Bereich ist, aber auch, wie notwendig die Aufarbeitung der Geschichte von Anpassung, Solidarität und Repression im Zirkusmilieu bleibt.

Zirkus Zappzarap sucht für das kommende Jahr Verstärkung für sein Team – Bewerbungsschluss: offen

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  • Du besitzt pädagogische Erfahrung?
  • Du bist mindestens 20 Jahre alt?
  • Du bist handwerklich geschickt?
  • Du bist mobil, flexibel und hast einen Führerschein?
  • Du hast bereits artistische Erfahrung mit Circusgenres?
  • Du bist kommunikativ, begeisterungs-, aber auch kritikfähig?
  • Körperliche Anstrengung ist Dir nicht zuwider?
  • Wind und Wetter machen Dir nichts aus?

Dann bist DU bei uns richtig!

Das erwartet Dich

Während unserer Tour (Vor allem von März bis Oktober) leiten unsere Teams die Mitarbeiter sowie Kinder und Jugendliche von sozialen Einrichtung, Schulen oder Mitarbeiter von Unternehmen in unterschiedlichsten Zirkusdisziplinen an und begleiten sie bis zum großen Auftritt im Zirkuszelt. Neben dem Training gehören Zeltauf- und -abbau genauso dazu, wie die Requisitenpflege und kleinere Reparaturen.

Das erwarten wir von Dir: Du kannst Menschen begeistern und Verantwortung übernehmen. Du hast Vorerfahrung im circensischen und pädagogischen Bereich. Du bist bereit, nach einer umfassenden Einarbeitung, einen Fortbildungs- oder Zirkuszug und unsere Projekte eigenverantwortlich zu leiten. Du stellst uns in der Saison mindestens 60 Tage Deiner Zeit zur Verfügung.

Du kannst von uns erwarten: Vorbereitung auf die Tour und Anleitung bei Deinen Tätigkeiten, Teamgeist, Unterkünfte in Fewos oder Hotels, faire Bezahlung, spannende Projekte, intensives Kennenlernen von neuen Kulturen, Landschaften und Städten, faszinierende und inspirierende Menschen und unvergessliche Augenblicke.

Interesse?

Wenn Du Interesse hast, Zirkusluft zu schnuppern, dann melde Dich bitte mit einer vollständigen Bewerbung bei uns per E-Mail unter folgender Adresse:

Wir versorgen Dich dann mit allen weiteren Informationen.

Wir freuen uns auf Dich!

Workshopwahl Fachtagung Köln

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Übersicht:

Slot 1:

Slot 1 und 2 (Dauer über beide Slots):

Slot 2:

Slot 3:

Slot 3 und 4 (Dauer über beide Slots):

Slot 4:

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Workshopbeschreibungen Slot 1:

Workshop voll Cyr Wheel mit Sina Kiekbusch: Das Cyr Wheel – ein großer, schlichter Metallring – entfaltet in Bewegung eine faszinierende Ästhetik aus Leichtigkeit, Dynamik und Präzision. In diesem Workshop steht das eigene Erleben im Mittelpunkt: das Spüren von Rotation, Gleichgewicht und Fliehkraft, das Spiel mit Raum und Rhythmus und die Suche nach künstlerischem Ausdruck in der Bewegung mit dem Ring. Gemeinsam erproben wir Grundtechniken, lernen, den Schwung zu kontrollieren und den Körper im Einklang mit dem Cyr zu bewegen. Schritt für Schritt entwickeln wir aus den Grundformen individuelle Bewegungssequenzen und kleine choreografische Elemente – Solo oder im Zusammenspiel mit anderen. Ergänzend werfen wir einen Blick auf die praktische Handhabung und Sicherheitsaspekte: Welche Voraussetzungen braucht es für sicheres Training? Wie kann Überlastung und Verletzung vorgebeugt werden? So wird Prävention zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Ausprobierens und Lernens. Der Workshop richtet sich an Zirkuspädagog*innen und Artist*innen, die das Cyr Wheel praktisch erfahren, ihre Bewegungskompetenz erweitern und neue kreative Impulse für ihre eigene Praxis gewinnen möchten – unabhängig vom Erfahrungsstand. Mitzubringen: bequeme Kleidung, saubere Turnschuhe und Lust auf Bewegung, Rotation und Entdeckung. (auch im 2. Slot) Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Spine & Stability: Foundations for Safe Circus Practice mit Arce López Gutiérrez: This workshop invites participants to reconnect with the body’s centre. Together, we explore how an aligned spine and steady deep-core support can transform not only safety, but the feeling of confidence and ease in movement. Through gentle assessments and practical stability drills, hopefully everyone leaves with tools they can immediately weave into their own training or teaching, simple techniques that make the body feel more supported, grounded, and ready to explore. Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Fragmentierte Jonglage mit Daan Mackel: Das fragmentierte Jonglieren zeichnet sich dadurch aus, dass es keinen klassischen Loop gibt. Jeder Wurf wird individuell bestimmt und kann verändert werden. Diese Technik ermöglicht es, viele Körperwürfe zu integrieren und eigene Muster zu kreieren. Im Workshop werden wir mit maximal drei Objekten arbeiten. Jonglierbälle sind bevorzugt, aber auch Keulen und Ringe können von dieser Technik profitieren. Zurück zum Seitenanfang

LAG Treffen und Austausch mit den LAGen Zirkus: Raum zum spezifischen Austausch von Vertretenden der LAGen Zurück zum Seitenanfang

Unfallvermeidung und kreative Freiräume – Diskussionsrunde mit Tobias Bäsch: In vielen Situationen gibt es einen scheinbaren Widerspruch aus Vorschriften oder Regeln zur Vermeidung von Unfällen und der dem Zirkus eigenen Kreativität. Wie können wir gemeinsam am besten – bei einem von außen zunehmenden Regulierungsdruck – eigene Regeln schaffen, die gleichzeitig eine sichere Umgebung und künstlerische Freiräume ermöglichen? Zurück zum Seitenanfang

Digitale Aspekte in Schutzkonzepten mit Laura Mukherjee: Digitale Welten verstehen und mediale Risiken im Blick behalten. Die digitale Lebenswelt junger Menschen ist vielfältig, faszinierend – und mitunter herausfordernd. Dieser Workshop widmet sich der Faszinationskraft von Medien und bietet einen Einstieg in zentrale Schutzaspekte im digitalen Raum. Gemeinsam werden kreative Methoden für die Präventionsarbeit kennengelernt und anschließend selbst ausprobiert. Ziele des Workshops: – Digitale Lebenswelt junger Menschen verstehen – Relevante Online-Risiken einordnen – Kreative Präventionsmethoden kennenlernen und praktisch erproben – Material und Wissen für die Umsetzung im eigenen Arbeitsfeld erweitern (auch im 2. Slot) Zurück zum Seitenanfang

Fundraising mit Iris Riedmüller: Circusfundraising mit Strategie, Spendengewinnung im direkten Umfeld, wie gewinnen wir die Familien unserer Kinder als Spender, wo finde ich potente Unterstützer*innen, wie schreibt man ein Mailing und an wen, wie pflegt man seine Spender*innen. Iris zeigt Flops und Tops von Spendenbriefen, spricht über deren Aufbau, die zu erwartenden Spendenhöhen und über eine gelungene Dankeskultur im Circus. Es ist Möglichkeit zu Austausch und Fragen, bringt gerne Material von Euch mit….. Zurück zum Seitenanfang

Workshops mit einer Dauer über Slot 1 und 2:

Mach keinen Quatsch bei Zirkusunfällen mit Rachel Ganser: In diesem Workshop werden die Inhalte von erste Hilfe Kursen einmal auf den Zirkusunterricht gemüntzt. Was sind typische Unfälle im Zirkusunterricht? Was kann dabei passieren? Wie gehe ich mit Stauchung, Quetschung und weiteren Vorfällen um, um zu vermeiden, die Verletzung zu verschlimmern? Zurück zum Seitenanfang

Machtstrukturen in der Zirkuspädagogik mit Lisa Tölle: Räume sind in der Regel nicht frei von Macht – auch nicht dann, wenn wir Macht reflektieren und versuchen Hierarchien flach zu halten. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn Macht ist nicht per se schlecht. Vielmehr ordnet und strukturiert Macht menschliches Handeln und Interaktionen. (Zirkus-)pädagogische Kontexte sind schon durch den erziehungs- und bildungswissenschaftlichen begründeten Vorsprung der einen über die anderen immer auch machtvoll aufgeladen. Der Workshop setzt sich kritisch mit Macht(-strukturen) in der Zirkuspädagogik auseinander. Anhand von Praxisbeispielen der Teilnehmenden und gemeinsamen Reflexionen werden institutionalisierte Machtvorsprünge, verdeckte Hierarchien, tradierte Rollenbilder und machtvolle Entscheidungsprozesse beleuchtet, die den zirkuspädagogischen Alltag prägen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für eigene Positionen im Kontext machtvoller Verhältnisse zu entwickeln und Handlungsspielräume und Ansätze für eine machtsensible Zirkuspädagogik zu erarbeiten.Zurück zum Seitenanfang

Prävention sexualisierte Gewalt Grundlagenschulung mit Anja Posthofen: In diesem interaktiven Workshop erhalten die Teilnehmenden eine fundierte Einführung in die Prävention sexualisierter Gewalt. Gemeinsam klären wir, was unter sexualisierter Gewalt zu verstehen ist und wie sie sich in verschiedenen Kontexten zeigt. Praktische Übungen und Fallbeispiele sensibilisieren die Teilnehmenden und regen an, eine Kultur der Achtsamkeit sowie offene Kommunikationsstrukturen zu fördern. Fragen, Einschätzungen und Erfahrungen werden aktiv einbezogen um eigene Anschauungen zu reflektieren und eine Haltung zu entwickeln. Zurück zum Seitenanfang

Workshopbeschreibungen Slot 2:

Workshop voll Cyr Wheel mit Sina Kiekbusch: siehe Slot 1 Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Building a 3-High: Technique, Trust & Shared Responsibility mit Arce López Gutiérrez: Creating a three-level human tower is never just a technical exercise, it’s a moment of teamwork, courage, and communication. In this session, we break down the structure step by step, focusing on clear role distribution, progressive preparation, and how to carry each other safely. The heart of the workshop is trust: learning to rely on one another, to communicate openly, and to adapt the technique so that different bodies and abilities can participate with confidence and joy. Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Mit- und Selbstbestimmung stärkt: Partizipation in der Zirkusarbeit mit Rahel Steffen: Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mit- und Selbstbestimmung und damit ein Recht auf Partizipation. Doch was bedeutet Partizipation konkret? Welche Rolle spielt sie im präventiven Kinderschutz, und wie kann sie in der zirkuspädagogischen Arbeit gelebt werden? Nach einem kurzen inhaltlichen Impuls zur Bedeutung und zu den Grundlagen von Partizipation laden praktische Übungen und gemeinsamer Austausch dazu ein, das Thema selbst zu erproben. So entsteht Raum neue Perspektiven zu entwickeln, Erfahrungen zu teilen und praxisnahe Methoden kennenzulernen, die Mit- und Selbstbestimmung im Zirkusalltag stärken. (auch in Slot 4) Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll injury prevention (shoulder & neck) mit Gretchen Ernst: In this workshop we will take a look at some of the common issues that come up in circus training. We will focus primarily on the shoulders and neck. Participants will leave with a better understanding of how to prevent injury. We will learn drills for strength, mobility and motor control. Zurück zum Seitenanfang

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – ein Thema für die zirkuspädagogische Arbeit – queersensible Zirkuspädagogik für absolute Beginner mit Jan Gentsch: Fragen nach sexueller Identität und geschlechtlicher Orientierung gehören zu zentralen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter – und sind somit auch Themen zirkuspädagogischer Arbeit. Doch Begriffe wie LGBTIQ oder Queerness werden häufig missverstanden, als „Trendthemen“ abgetan oder lösen Unsicherheiten bei Fachkräften aus: „Was darf ich sagen? Wie kann ich sensibel damit umgehen?“ In diesem Grundlagen-Workshop nähern wir uns dem Thema Schritt für Schritt. Wir klären zentrale Begrifflichkeiten, stellen Bezüge zur eigenen zirkuspädagogischen Praxis her und tauschen Verunsicherung gegen Neugier und Handlungsfähigkeit. Der Workshop richtet sich an Personen, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem Thema hatten und sich in einem fehlerfreundlichen, respektvollen Rahmen auf neue Perspektiven einlassen möchten. Dabei betrachten wir auch, wie eine offene Haltung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt präventiv Diskriminierung entgegenwirken und Inklusion fördern kann. Zurück zum Seitenanfang

BiKo Info Workshop mit der BiKo Zurück zum Seitenanfang

Digitale Aspekte in Schutzkonzepten mit Laura Mukherjee: siehe Slot 1 Zurück zum Seitenanfang

Workshopbeschreibungen Slot 3:

Unterrichten und sichern ohne Körperkontakt Fokus Bodenakrobatik mit Tim Megaw und Henry Parduhn: Unterrichten und Sichern ohne Körperkontakt ist ein Workshop, in dem es darum geht, taktile Sicherung von Personen durch Gerätsicherung und weitere Methoden kreativ zu ersetzen. Wir tauschen uns aus, sammeln Fallbeispiele in der Bodenakrobatik sowie Partner/Gruppenakrobatik und probieren diese aus! Wir werden aktiv sein, bringt gerne Sportkleidung mit. Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Youth & Physical Development in Circus Training mit Arce López Gutiérrez: Working with young performers means supporting bodies that are constantly changing. This session takes a compassionate, informed look at how growth, development, and high-level training interact. We explore sensitive developmental windows, common overload patterns, and red flags that often go unnoticed. More importantly, we share strategies for nurturing long-term health, helping young artists build strength, curiosity, and resilience without sacrificing their wellbeing later in life. Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Methodik und Didaktik in der Luftakrobatik mit Cornelia Schimmel: Methodik und Didaktik in der Luftakrobatik Zurück zum Seitenanfang

Sicht der Jugendlichen aufs Schutzkonzept mit der JuKo Zurück zum Seitenanfang

Eigene Stärken entdecken und Vorurteilen begegnen – Kreative Umsetzung mit Zirkusmethoden! mit Annette Naudiet und Claudia Müller von der LAG_Kunst und Medien NRW e.V.:

Zielgruppe: Zirkuspädagogische Teamleitungen

Ziel: Die Teilnehmenden lernen Methoden kennen, um mit Kindern und Jugendlichen Stärken sichtbar zu machen, Vorurteile abzubauen, Teambildung zu fördern. Unterstützend werden Zirkusmaterialien, Spiele und Methodenkarten der LAG_Kunst und Medien Prävention in den Prozess eingebunden. (auch in Slot 4) Zurück zum Seitenanfang

Zirkus als Teil einer präventiven Bildungsarbeit mit Peter Aurin Zurück zum Seitenanfang

Beratungsangebot ZgV (auch in Slot 4) Zurück zum Seitenanfang

Handstand mit Gretchen Ernst

Workshops mit einer Dauer über Slot 3 und 4:

Queersensible Zirkuspädagogik – oder: Wie lässt sich Zirkus verqueeren? mit Jan Gentsch: „Queer“ wird oft als Sammelbegriff für LSBTIQAP+ verstanden – tatsächlich steckt dahinter weit mehr als eine Identitätskategorie. Queer kann auch als Haltung gelesen werden: kritisch gegenüber Normen, kreativ im Denken, offen für Vielfalt in Körper, Ausdruck und Gemeinschaft. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, was eine queersensible Zirkuspädagogik ausmacht – und wie Zirkus als ästhetische, soziale und pädagogische Praxis „verqueert“ werden kann. Wir beleuchten, wie Geschlecht, Körper, Normen und Ausdrucksformen im Zirkus reflektiert und bewusst neu gestaltet werden können. Der Workshop richtet sich an Fachkräfte, die bereits Grundkenntnisse zu Geschlecht, Gender, Sexualität oder Körperbildern mitbringen und Lust haben, Zirkus als Möglichkeitsraum für Vielfalt, Prävention und Empowerment weiterzudenken. Zurück zum Seitenanfang

Machtstrukturen in der Zirkuspädagogik mit Lisa Tölle Zurück zum Seitenanfang

Workshopbeschreibungen Slot 4:

Unterrichten und sichern ohne Körperkontakt Fokus Luftakrobatik mit Tim Megaw und Henry Parduhn: Unterrichten und Sichern ohne Körperkontakt ist ein Workshop, in dem es darum geht, taktile Sicherung von Personen durch Gerätsicherung und weitere Methoden kreativ zu ersetzen. Wir tauschen uns aus, sammeln Fallbeispiele in der Luftakrobatik und probieren diese aus! Wir werden aktiv sein, bringt gerne Sportkleidung mit. Zurück zum Seitenanfang

Workshop voll Choreography & Direction. From Empty Space Toward Presence mit Arce López Gutiérrez: An exploratory workshop on creating individual and group material, starting from empty space and letting movement, rhythm, and attention emerge. We will investigate how direction, relationships, and spatial choices shape clarity, intention, and presence in performance. Participants are invited to bring their own questions or creative cases. The session adapts to different disciplines and backgrounds, allowing shared compositional principles to emerge across practices. Please bring one simple personal object: a small everyday item you already own. Using guided improvisation, the object becomes a point of focus, opening pathways toward meaning, presence, and creative expression in space. Zurück zum Seitenanfang

Mit- und Selbstbestimmung stärkt: Partizipation in der Zirkusarbeit mit Rahel Steffen: siehe Slot 2 Zurück zum Seitenanfang

injury prevention (hip and legs) mit Gretchen Ernst: In this workshop we will take a look at some of the common issues that come up in circus training. We will focus primarily on the hip and legs. Participants will leave with a better understanding of how to prevent injury. We will learn drills for strength, mobility and motor control. Zurück zum Seitenanfang

Jugendforum mit der Juko Zurück zum Seitenanfang

Eigene Stärken entdecken und Vorurteilen begegnen – Kreative Umsetzung mit Zirkusmethoden! mit Annette Naudiet und Claudia Müller von der LAG_Kunst und Medien NRW e.V.: siehe Slot 3 Zurück zum Seitenanfang

Sportsucht vs. Suchtprävention – Zirkuspädagogik im Spannungsfeld von Bewegung, Risiko und Balance mit Sina Kieckbusch: Körperliche Aktivität spielt in der Zirkuspädagogik eine zentrale Rolle: Sie fördert Körperbewusstsein, Konzentration, Teamfähigkeit und Selbstvertrauen. Doch wo liegt die Grenze zwischen gesundem Bewegungsdrang und suchtähnlichem Verhalten? In diesem Workshop wird das Spannungsfeld zwischen Sportsucht und Suchtprävention beleuchtet. Gemeinsam reflektieren wir, wie körperliche Aktivität sowohl ein protektiver Faktor als auch ein potenzielles Risiko im Kontext von Suchtverhalten sein kann und welche besonderen Chancen die Zirkuspädagogik für präventive Arbeit bietet. Inhalte: • Was ist Sucht? – Grundlegende Merkmale von Suchtverhalten; Substanzgebundene und nichtsubstanzgebundene Süchte • Sucht und körperliche Aktivität – Zwischen Selbstwirksamkeit, Leistungsstreben und Kontrollverlust. • Körperliche Aktivität als protektiver Faktor, Risikofaktor und Behandlungsmöglichkeit. Bewegung als Ressource – aber auch als potenzielle Falle. • Was ist Sportsucht? Definition, Symptome und Abgrenzung zu Engagement und Disziplin. • Suchtprävention und Zirkuspädagogik – Möglichkeiten zirkuspädagogischer Arbeit Der Workshop lädt dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen, neue Sichtweisen zu entwickeln und Impulse für eine suchtpräventive Praxis im Zirkuskontext mitzunehmen. Zurück zum Seitenanfang

Beratungsangebot ZgV (auch in Slot 3) Zurück zum Seitenanfang

Fragmentierte Jonglage mit Dann Mackel (auch in Slot 1) Zurück zum Seitenanfang

Die Workshopvorwahl ist geschlossen Wahlformular Zurück zum Seitenanfang

Kinderschutz sichtbar machen: Materialpaket der BKJ

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Das neue Materialpaket der BKJ unterstützt Einrichtungen, Kinderschutz vor Ort sichtbar zu machen. Die Plakate sensibilisieren, geben Orientierung und stärken Handlungssicherheit.
Hier bestellen.

Our Rights. Our Future! Mit Kultureller Bildung Kinderrechte stärken

22.01.2026 Online

Der Einsatz für ein sicheres und demokratisches Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist angesichts aktueller Krisen ein wichtiger Beitrag zu Bildungs- und Generationengerechtigkeit. 

Die Fachkonferenz stärkt das Bewusstsein für Kinderrechte und die Bedürfnisse junger Menschen, insbesondere in den Bereichen Spiel, Kultur und Medien sowie deren Schutz in digitalen Lebenswelten. Beiträge aus Forschung und Praxis fördern den Wissenstransfer zu Themen wie Kinderrechten, Beteiligung, Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung.

Vorläufige Programmpunkte

10.00 Uhr
Impuls I: Our Rights. Our Future! Mit Kultureller Bildung Kinderrechte stärken in der digitalisierten Welt

10.25 Uhr
Impuls II: Schützen und Befähigen: Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung zusammendenken

10.50 Uhr
Praxisbeispiele und Projektvorstellungen

12.15 Uhr
Parallele Themenforen:

  • Kinderrechte digital leben
  • Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung
  • Meinungsbildung – Mitbestimmung – Mitgestaltung – Selbermachen

13.15 Uhr
Plenumsdiskussion mit Jugendbeteiligung: Handyverbot an Schulen – Sinnvoll oder Quatsch?

Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus Medienbildung, Kultureller Bildung, Jugend- und Freiwilligenarbeit, Migrant*innenselbstorganisationen sowie an Schulen und die Schulsozialarbeit.

Infos hier

Kulturelle Bildung in der Offenen Jugendarbeit – Internationales Austauschtreffen

21.01.–23.01.2026 in Wien

Kulturelle Bildung und Offene Jugendarbeit eröffnen jungen Menschen vielfältige Zugänge zur Teilhabe und ermöglichen Persönlichkeitsentwicklung. Das Potenzial beider Felder entfaltet sich besonders dann, wenn sie stärker miteinander verbunden werden.

Beim internationalen Austauschtreffen geht es daher um die aktuellen Entwicklungen und Bedarfe in den beiden Bereichen aller teilnehmenden Länder. Gemeinsam soll besprochen werden, wie und welche Maßnahmen zur Stärkung von Kooperationen zwischen der Kulturellen Bildung und der Offenen Jugendarbeit entwickelt werden können.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des internationalen Projekts „KUBIK“ statt. Im Projekt setzen sich die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit Österreich bOJA und das luxemburgische Jugendministerium mit der Kooperation zwischen Kultureller Bildung und Offener Jugendarbeit auseinander. 

Ein Ergebnis des Projekts wird eine digitale Materialsammlung für Fachkräfte sein, die Methoden, Beispiele guter Praxis und Kriterien für eine gelingende Zusammenarbeit bündelt.

Die internationalen Treffen in Wien – und ein weiteres in Luxemburg (September 2026) – bieten Gelegenheit, sich an dem Austausch zu beteiligen und Einfluss auf die Projektergebnisse zu nehmen.

Infos hier

Schutzkonzeptberatung für NRW – Prozesse in Organisationen begleiten

21.01. – 27.03.2026 in Duisburg

Ein Rechte- und Schutzkonzept gehört zu den verpflichtenden Standards von Einrichtungen, in denen sich Kinder und Jugendliche regelmäßig aufhalten. Es spannt den Bogen von Maßnahmen zur Analyse von Risiken und Schutzfaktoren einer Organisation und der Prävention (sexualisierter) Gewalt bis zur Festlegung möglicher Handlungsschritte bei Verdachtsfällen sowie deren Aufarbeitung.

Die Entwicklung von Rechte- und Schutzkonzepten ist ein Prozess, der Einrichtungen und Teams dazu bringt, sich mit den eigenen Strukturen auseinanderzusetzen, in die Reflexion über das eigene Handeln zu kommen und eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Die Fortbildung richtet sich an psychologische oder pädagogische Fachkräfte aus NRW und dient als Qualifizierung, die Planung von Schutzkonzepten in Organisationen durchzuführen und zu begleiten.

Themenschwerpunkte

  • Bestandteile von Rechte- und Schutzkonzepten
  • Qualitätsaspekte von Schutzkonzepten und -prozessen
  • Rechtliche Voraussetzungen und Anforderungen an Einrichtungen und Organisationen
  • Grundlagen der Organisationentwicklung, Prozessplanung und -steuerung
  • Methoden der Beteiligung von unterschiedlichen Akteur*innen im Prozess
  • Risiko- und Potenzialanalyse als Kernstück des Prozesses in Theorie und Praxis
  • Aufbereitung der Analyseergebnisse und Nutzung für den weiteren Prozess
  • Rolle von Schutzkonzeptberater*innen und Entwicklung von eigenen Beratungsangeboten

Weitere Fortbildungsmöglichkeiten rund um das Thema Prävention und Kindeswohl finden Sie auch im BKJ-Programm Start2Act.

Infos hier

In.Zirque-Weiterbildung des ZBK e.V. Inklusive Zirkuspädagogik neu gedacht – und neu gemacht

Wann? Ab 6. März 2026
Wo? Zentrum für bewegte Kunst e.V. Berlin

In 9 Wochenend-Modulen von März 2026 bis Februar 2027 bietet das Zentrum für bewegte Kunst e.V. in Berlin eine inklusive Weiterbildung im Bereich der Zirkuspädagogik an. Die Weiterbildung ist von der BAG Zirkuspädagogik anerkannt und sowohl für Artist*innen als auch Pädagog*innen mit Erfahrung in Zirkus-Techniken geeignet. Die In.Zirque Weiterbildung beruht auf drei Grundpfeilern: Neue Wege des Lernens, Ganzheitlichkeit und Verbundenheit sowie gemeinsames Forschen mit Perspektivwechseln. Speziell ausgebildete Artist:innen des Circus Sonnenstich werden als Co-Workshop-Leiter*innen eingebunden. Im Fokus der Zirkustechniken stehen Akrobatik, Balance-Techniken, Objektmanipulation (Ball-Jonglage und Diabolo) Tanz und Choreografie sowie eine Methodik der Bewegungs-Begleitung. Weitere Infos, alle Termine und genaue Kosten finden sich hier.
Bei Anmeldung bis 23.12.2025 gibt es einen Frühbucherrabatt.

Circus Tausendtraum sucht Verstärkung im Trainerteam – Bewerbungsschluss offen

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Der Circus Tausendtraum ist ein reisender Projektzirkus mit Zelt. Wir touren deutschlandweit und bringen eine komplette Ausstattung an Kostümen und Requisiten mit. Unser Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit
Grundschulen, bei der wir wöchentlich verschiedene Trainingsgruppen betreuen. Diese Gruppen werden
eigenverantwortlich von unseren Artisten geleitet.
Zu Beginn der Projektwoche stellen sich die trainierenden Artisten den Schülern in der Turnhalle mit einer
eigenen Darbietung vor. Zudem wirken sie mit einer künstlerischen Nummer an den Abschlussaufführungen mit, die jedes Wochenende im Zirkuszelt stattfinden.

Hast du Interesse, unser Trainerteam zu verstärken? Dann wären folgende Voraussetzungen und Fähigkeiten hilfreich:

  • Erfahrung in der zirkuspädagogischen Arbeit und in einem oder mehreren der folgenden
    Trainingsbereiche: Bodenakrobatik, Kugel- und Seilartistik, Jonglage, Fakirkünste, Zauberei, Clownerie
  • Eigenes artistisches Können und Auftrittserfahrung
  • Freude an der Arbeit und dem Leben im Team
  • Eigenverantwortliches Leiten von Trainingsgruppen mit 10 bis 25 Kindern

Vergütung:
Wir zahlen je nach Größe der Schule und der Anzahl der Abschlussaufführungen eine angemessene
Wochengage. Zudem stellen wir, falls benötigt, eine Unterkunft am Zirkusplatz. Eine Grundverpflegung und die Fahrtkosten werden ebenfalls von uns übernommen.
Falls du Fragen hast, nähere Informationen zur Gage möchtest oder einen Überblick über unsere Tourdaten und -orte erhalten möchtest, melde dich gerne bei mir:

Julie Urmes:

0177 / 56 48 092
Als Bewerbung wäre es schön, wenn du ein wenig von Dir, Deinen künstlerischen Fähigkeiten und
zirkuspädagogischen Erfahrungen berichten würdest.
Ich freue mich Dich kennenzulernen,
Julie Urmes, Circus Tausendtraum