KSK

Hier findest du Informationen zur Künstlersozialkasse (KSK) und zu den spezifischen Fragen zirkuspädagogisch tätiger Einzelpersonen, Vereine, Organisationen und Institutionen.

Die folgenden Informationen dienen lediglich der Orientierung, können also nicht als Grundlage für die Entscheidung gesehen werden, ob eine Versicherungs- oder Abgabenpflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) besteht, und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll hier lediglich über die bestehende Auslegung des KSVG, also den Umgang der KSK mit der Zirkuspädagogik informiert werden.

Wer über die Künstlersozialkasse versichert werden möchte, sollte sich zusätzlich auf der Internetseite der KSK informieren.

Zirkuspädagogisch arbeitende Unternehmen, Vereinigungen, Vereine etc., sollten sich zur verbindlichen Klärung ihrer Abgabe- oder Versicherungspflicht direkt an die Künstlersozialkasse wenden und überprüfen lassen, ob sie zum Kreis der abgabepflichtigen Unternehmen gehören oder nicht.
Eine Überprüfung der Anträge auf Versicherungsschutz oder der Abgabepflicht durch die BAG Zirkuspädagogik ist nicht möglich.

Fragen und Antworten (Stand 2023):

Was bedeutet die Abkürzung KSK?

KSK steht für Künstlersozialkasse, auch Künstlersozialversicherung genannt.

Grundlegende Informationen zur KSK, sind ausführlich auf der Internetseite www.kuenstlersozialkasse.de zu finden, ebenso Formulare und Ansprechpartner*innen für Rückfragen.

Ist die KSK eine Krankenversicherung?

Nein, die Künstlersozialkasse ist eine Abteilung der Unfallkasse des Bundes und führt das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) durch.

Die vom KSVG erfassten selbständigen Künstler*innen und Publizist*innen nehmen unter den Freiberufler*innen eine Sonderstellung ein. Sie haben den Vorteil, nur etwa die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung aufbringen zu müssen. Ihre Beitragslast entspricht damit der von Arbeitnehmer*innen. Die andere Hälfte wird von den zur Künstlersozialabgabe Verpflichteten und vom Bund aufgebracht.

Was ist die Künstlersozialabgabe?

Die Künstlersozialabgabe dient der Finanzierung der Künstlersozialversicherung.
Wie Arbeitnehmer*innen tragen die selbständigen Kreativen nur die Hälfte der Beiträge selbst. Die andere Beitragshälfte („Quasi-Arbeitgeber*innenanteil“) wird durch einen Zuschuss des Bundes (20%) finanziert sowie durch die Künstlersozialabgabe (30%).
Jedes Unternehmen, das regelmäßig selbständige Künstler*innen beauftragt, muss eine Künstlersozialabgabe zahlen.

Kann die BAG Rahmenbedingungen mit der KSK aushandeln?

Nein, die BAG Zirkuspädagogik kann keine Rahmenbedingungen mit der KSK für den Umgang mit zirkuspädagogischer Arbeit aushandeln. Die KSK handelt und entscheidet nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG).

Für welche Zielgruppe/n ist die KSK ein Thema?

Bezüglich der KSK gibt es innerhalb der BAG Zirkuspädagogik aufgrund der Mitgliederstruktur zwei verschiedene Interessensgruppen:

  1. Zirkuspädagog*innen, die als Künstler*innen über die KSK versichert werden wollen.
  2. Vereine, Organisationen und Institutionen, die Zirkuspädagog*innen als Honorarkräfte beschäftigen und eventuell Abgabenpflichtig gegenüber der KSK sind.

Zirkuspädagog*innen

Können angestellte Zirkuspädagog*innen in die KSK aufgenommen werden?

Nein, Angestellte werden über die jeweiligen Arbeitgeber*innen versichert.

Können selbstständige Zirkuspädagog*innen in die KSK aufgenommen werden?

Die Voraussetzung für die Versicherung nach dem KSVG ist die Ausübung einer auf Dauer angelegten selbständigen künstlerischen und/oder publizistischen Tätigkeit in erwerbsmäßigem Umfange. „Erwerbsmäßig“ und „auf Dauer angelegt“ heißt dabei, dass man mit dieser Tätigkeit den Lebensunterhalt verdient und diese Tätigkeit nicht nur vorübergehend (z. B. als Urlaubsvertretung o. ä.) ausübt.

Wird eine selbstständige zirkuspädagogische Tätigkeit von der KSK als künstlerische Tätigkeit nach dem KSVG anerkannt?

Grundsätzlich gilt: „Künstler im Sinne des KSVG ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.“ Ob es sich bei einer zirkuspädagogischen Tätigkeit um eine künstlerische Tätigkeit nach dem KSVG handelt, ist zwar immer eine Einzelfallentscheidung, grundsätzlich werden Zirkuspädagog*innen jedoch folgendermaßen eingeordnet: Die KSK betrachtet eine zirkuspädagogische Tätigkeit genauso als künstlerische Tätigkeit, wie z.B. eine tanz-, theater- oder musikpädagogische Tätigkeit. Als Grundlage für die Entscheidung, ob ein*e Zirkuspädagog*in als Künstler*in nach dem KSVG anerkannt wird, werden zwei Gerichtsurteile herangezogen, welche sich mit der Versicherungspflicht einer Tanz- und Theaterpädagogin einerseits und einer Musikpädagogin andererseits befassen. Wie den Gerichtsurteilen sinngemäß zu entnehmen ist, gehört die tanz-, theater- oder musikpädagogische Tätigkeit – und dementsprechend auch die zirkuspädagogische Tätigkeit – dann zu den vom KSVG erfassten Lehrtätigkeiten, wenn in erster Linie Fähigkeiten und Fertigkeiten zur eigenständigen, aktiven Ausübung der künstlerischen Tätigkeit vermittelt werden und nicht pädagogische oder therapeutische Ziele im Vordergrund stehen. Im Streitfall müsste die Auslegung des Gesetzes für den Einzelfall vor Gericht verhandelt werden.

Vereine, Organisationen und Institutionen

Muss die auftraggebende Institution – also die zirkuspädagogische Organisation – erfragen, ob die selbstständigen, Zirkuspädagog*innen Mitglied in der KSK sind?

Nein, für die Entscheidung, ob eine Abgabe zu leisten ist, ist es unerheblich, ob die Auftragnehmer*innen Mitglied der KSK sind oder nicht. Es geht ausschließlich darum, ob die in Auftrag gegebene Tätigkeit als künstlerisch im Sinne des KSVG einzuordnen ist oder nicht.

Wann sind Abgaben auf Entgelte zirkuspädagogischer Leistungen an die KSK zu entrichten?

Abgaben sind z.B. zu entrichten:

  • bei Aufführungen, bei denen Zirkuspädagog*innen als Künstler*in für die Ausübung ihrer Kunstform entlohnt werden, z.B. als Clown*in, Luftartist*in, Jongleur*in, Akrobat*in etc.
  • wenn bei der zirkuspädagogischen Tätigkeit in erster Linie Fähigkeiten und Fertigkeiten zur eigenständigen, aktiven Ausübung der künstlerischen Tätigkeit der Teilnehmer*innen vermittelt werden

 keine Abgaben sind z.B. zu entrichten:

  • wenn bei der zirkuspädagogischen Tätigkeit hauptsächlich pädagogische oder therapeutische Ziele im Vordergrund stehen.
  • wenn steuerfreie Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten z. B. als Übungsleiter*innen, Ausbilder*innen, Erzieher*innen oder Künstler*innen usw. von einer staatlichen Stelle oder einer gemeinnützigen Organisation (z.B. Verein oder Volkshochschule) bis zum maximalen Betrag der „Übungsleiterpauschale“ gezahlt werden.

In welcher Größenordnung sind Abgaben zu entrichten?

Für künstlerische Tätigkeiten nach dem KSVG werden derzeit (Stand 2023) 5,0 % des jeweiligen Entgeltes fällig.

Gibt es die Möglichkeit einer Vereinfachung der Abgabenreglung?

Ja, im Rahmen einer Ausgleichsvereinigung. Eine Ausgleichsvereinigung bietet die Möglichkeit für beitragspflichtige Vereine, Organisationen und Institutionen sich zusammenzuschließen und eine gemeinsame – dafür aber vereinfachte – Abgabenregelung mit der KSK zu vereinbaren. Die Ausgleichsvereinigung muss die Abgaben ihrer Mitglieder verwalten und an die KSK weiterleiten.

Kann die BAG Zirkuspädagogik die Aufgabe einer Ausgleichsvereinigung für zirkuspädagogisch tätige Vereine, Organisationen und Institutionen übernehmen?  

Nein, die BAG kann nicht die Aufgaben einer Ausgleichsvereinigung für ihre Mitglieder übernehmen, da aufgrund der Mitgliederstruktur nur ein Teil der BAG Mitglieder nach dem KSVG gebührenpflichtig sind und diese außerdem sehr verschiedene Arbeitsschwerpunkte und Strukturen haben.

Im Folgenden findest du zusätzlich zu den obigen Fragen und Antworten einen Auszug aus einem von der KSK zur Verfügung gestellten Text zum besseren Verständnis des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) und zu der Frage wer letztendlich Nutznießer*in des KSVG sein kann und welche Vorteile das KSVG bietet. (Letzte Aktualisierung Dezember 2019)